Social-Media beginnt immer analog

Ich durfte neulich (klammheimlich) ein Gespräch in der Bahn über Social-Media mitbelauschen. Zwei ältere Herren in grauen Anzügen unterhielten sich lebhaft im Speisewagen über Instagram, Youtube und „den anderen Kram“. Ich musste schmunzeln, denn ihrem Gespräch war eine Art Furcht mit gleichzeitiger Faszination für die digitale Welt im Vergleich zum Analogen zu entnehmen.

So musste sich meine Uroma gefühlt haben, dachte ich, als sie das erste Mal ein Telefon benutzen sollte.

„Schon praktisch so ein Telefon irgendwie, aber es ging doch bisher auch immer so.“

Meine Uroma ist 1912 geboren und für sie waren neumodische Namen wie Jessica schon zu viel. Lach! Deutschland hatte damals sogar noch einen Kaiser und die heutige Bundesrepublik mit all dem modernen Schnickschnack schienen aus ihrer Sicht Galaxien entfernt. Waren sie ja irgendwie auch.

Was für Uroma das Telefon war, ist für die beiden Herren aus dem Zug Social-Media. Ich muss gestehen, ich liebe solche Gespräche. Es sind authentische Feldstudien, die nicht in Gold aufzuwiegen sind. Ganz vertieft diskutierten sie darüber, wie viel Zeit ihre Kinder mit diesen Portalen verbringen, die Sorge darüber, wen und was sie dort antreffen würden, aber auch, dass sie gehört haben, dass das die Zukunft für Unternehmen sei. Die Idee dahinter fanden sie zwar ganz süß, aber der alltägliche Nutzen für sie ist (noch) weit entfernt.

Wie soll man auch jahrelange Unternehmenstraditionen in einem Instagram-Kanal umsetzen können?

Man kann, aber leider ist das genau der Teil, der meistens übergangen wird.

Ich sagte neulich schon, alle sprechen von Digitalisierung, aber keiner sagt, wie es geht. Die meisten denken dabei immer nur an die technische Umsetzung. Der emotionale Teil aber und das Was und Wie werden nicht geplant und schlichtweg vergessen. Dabei ist dies, das Alles-Entscheidende: die Onlinestrategie für Dein Unternehmen.

Hast Du schon eine Onlinestrategie, die Dein Unternehmen widerspiegelt?

Es kam wie es kommen musste beim Gespräch der beiden Herren. Sie erzählten, dass sie bereits in Facebook und Instagram (der eine sogar in Pinterest) investiert hätten und dieses Kommunikationstool von ihren Praktikanten betreuen lassen.

Hui, ich wünschte, ich hätte mich einmischen dürfen. Aus meiner Sicht ist so eine Mitarbeiteraufgabe unbedingt in qualifizierte Hände zu geben. Nichts gegen Praktikanten (ganz im Gegenteil),

aber einen meistens sehr jungen Menschen meine wohlüberlegten und traditionsreichen Werte in die Welt posaunen zu lassen, ist aus Unternehmersicht grob fahrlässig. Oder würdest Du einen Praktikanten die Buchhaltung machen lassen? Dass kann nur schiefgehen bzw. ist mit so einer Herangehensweise nicht mehr als ein netter Zeitvertreib. Auf keinen Fall ist das Abgeben in dieser Form gewinnbringend für ein Unternehmen, ganz gleich aus welcher Branche Du kommst.

Social-Media ist mehr als ein netter Zeitvertreib für Praktikanten.

Digitalisierung braucht eine Strategie, wie jeder andere Part einer Firma auch, denn sie ist vielmehr als ein Social-Mediakanal, Onlineshop und mobile Webseite.

Es ist ein Verkaufsraum, ein Pressebereich, eine Möglichkeit neue Kunden zu erreichen, ein Imagemacher, ein Informierer, ein Inspirierer und ein Optimierer.

Diese Chancen möchtest Du Dir als Unternehmen wirklich entgehen lassen?

Ich denke nicht. Bevor Du daher frisch ans Werk gehst, frage Dich folgendes:

  • Was macht dein Unternehmen aus?

  • Warum ist es erfolgreich?

  • Was ist das Herzstück?

  • Welche Zitate/ Wörter fallen häufig?

  • Wofür stehst Du als UnternehmerIn?

Digitalisierung bedeutet eben auch Emotionen zu zeigen, denn genau das möchten Menschen; Gefühle und Authentizität. Die Strategie sollte daher auch unbedingt vor der technischen Umsetzung passieren, also vor der Webseite/ Onlineshop und/ oder den Social-Media-Kanälen. Leider wird es oft genau anders herumgemacht. Ein wilder Aktionismus verfällt in die Leute.

„Ich habe gehört …“ und „Wir müssen jetzt ganz schnell auch“.

Verstehe ich total, denn schließlich ist Social und Digital in aller Munde. Aber Deine Dir wichtigen Werte brauchen ein bisschen Vorbereitung für die neue Welt. Du kannst sie nicht eins zu eins hinübertransportieren. Sie brauchen mindestens genauso viel Vorbereitung, wie Deine Jahres-Budgetplanung auch. Nimmm Dir die Zeit. Schließlich geht es hier, um das, was Dein Unternehmen ausmacht.

 

Bildquelle: Pexels

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Geschrieben von Mary Rudloff