Ein Spaziergang durch (mein) Hamburg

Es ist heiß in Hamburg. Sehr heiß sogar. Süße 36 Grad zeigte das Thermometer vergangene Woche an und wir Nordlichter stöhnten unter der ungewohnten Hitze. Wer braucht da noch Mallorca, wenn es hier genauso warm ist? Ich nicht und verbringe daher, wie fast jedes Jahr den Sommer daheim. Der Vorteil ist, noch bin ich eine der Wenigen, die hierbleibt. Die Stadt ist in den Sommermonaten immer ein bisschen wie ausgestorben; zumindest im Vergleich zum sonstigen Trubel.

Keine Schlange beim Bäcker morgens oder überfüllte S-Bahnen. Nein, die Hamburger sind überwiegend ausgeflogen und ich habe endlich einmal Platz zum Bummeln. Die eigene Stadt (immer wieder neu) zu entdecken, macht mir nämlich mindestens genauso viel Spaß, wie ferne Länder. Das Glück liegt manchmal tatsächlich direkt vor der eigenen Haustür. Ein langer Flug und volles Hotel brauche ich hierbei nicht, sondern kann entspannt von zu Hause aus starten.

Lass uns durch Hamburg flanieren

Ein guter Tag startet mit einem ausgewogenen Frühstück. Ich brauche schließlich Kraft für mein Abenteuer. Seit Jahren bin ich verliebt in Die erste Liebe Bar“. Die erste Liebe vergisst man schließlich nicht.

SALUT Communications Titelbild Fleet Hamburg

Die Tages Bar liegt direkt am Fleet hinterm Rödingsmarkt und wird von Hamburgern und Kreativen sehr geschätzt. Kunst, Design und eine SEHR gute Gin Auswahl (ja, das ist erwähnenswert) lassen uns Einheimische daher regelmäßig zum Essen und Plaudern einkehren.

Es ist wie eine kleine Familie im urbanen Großstadt-Kosmos, in die man auch nach längerer Abwesenheit mit offenen Armen zum selbstgebackenen Kuchen empfangen wird.

Aber gut, den Kuchen hebe ich mir lieber für später auf, sonst komme ich hier nämlich nicht mehr weg. Lach!

Nächster Halt ist dafür eine kleine Buchhandlung direkt um die Ecke in der Admiralitätsstraße. Seit dem Film „Die unendliche Geschichte“ bin ich verliebt in Buchgeschäfte. Gut, ich war auch von jeher eine Leseratte und habe alles verschlungen, was mir vor die Nase kam; Märchen, Klassiker, Biografien, Romane und immer lieber Altes als Neues. Das ist bis heute so geblieben.

Sautter und Lackmann ist eine „richtige“ Buchhandlung mit allem, was mein Herz höherschlagen lässt. Ausländische Bücher mit Zeitschriften finde ich hier genauso wie Bildbände und anderem Lesenswerten. Das Tolle ist aber vielmehr das Stöbern dort. Ich sagte ja, es ist eine „richtige“ Buchhandlung mit alten hohen Regalen überall, meterweise Bücher und unglaublich liebes und kluges Personal. Den Klönschnack gibt es dort wie so oft bei meinen Empfehlungen, gratis mit dazu. Es macht einfach immer Spaß dort und selten gehe ich ohne eine Tüte in der Hand hinaus. Heute bin ich aber nur zum Gucken da, denn schließlich geht es just weiter Richtung Landungsbrücken.

Dieses kleine Fleckchen ist ein wahres Idyll …

 

… und erst in den 90igern wiederentdeckt worden. Im 19. Jahrhundert gehörte der Garten der Familie Warburg, die den meisten Hamburgern durch Aby Warburgs große Kunstbuchsammlung bekannt ist. Während der NS-Zeit musste die jüdische Familie fliehen. Der Garten war danach lange vergessen und erfreut sich nun nach und nach größerer Beliebtheit. Nicht nur wegen dem traumhaften Blick über die Elbe, sondern auch aufgrund der Stille hier. Ein perfekter Platz zum Nachdenken und Faulenzen.  Die Zeit scheint stehen geblieben zu sein in diesem Garten und ist eines meiner liebsten Ausflugsziele der Stadt. Ganz besonders seitdem Gustav da ist, entdeckt man seinen Wohnort ja immer wieder neu und anders.

 

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Von dort bringt mich unsere Nahverkehrs-Fähre Övelgönne. Ich bin tatsächlich auch ein bisschen stolz, dass diese Fähre zu unserem Nahverkehr gehört. Die anderen haben höchstens noch eine Straßenbahn neben Bus und U-Bahnverkehr. Hamburg macht als Hansestadt damit seinen Namen alle Ehre. Die Hafenrundfahrt gibt es bei der Überfahrt gleich mit dazu und auch nach 20 Jahren hier leben, bin ich es nicht leid geworden, gebannt nach links und rechts zu schauen. Mit jedem Halt verändert sich die Stadt ein kleines bisschen mehr und nach 30 Minuten fahren, bin ich am Elbstrand. Von hier mache ich einen schönen Spaziergang bis zum Römischen Garten.

 

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Extra-Tipp

Lust auf Hamburg bekommen? 

Diese drei Hotels sind Blog- und Influencerfreundich:

Der Hunger treibt mich aber nach einer Weile Richtung Stadt zurück. Mit dem Schnellbus bin ich in 20 Minuten wieder am Anfang meines Tagesausflugs – in Hamburgs Neustadt. Es ist Abend geworden und die Sonne steht tiefer am Himmel. Zu einem perfekten Hamburgtag gehört jetzt etwas Handfestes. Am Großneumarkt gibt es seit Jahrzehnten das Lokal Thämmers. Vor dem Nichtrauchergesetz war das eher eine Spelunke mit finsteren Gesellen und leichten Matrosen. So was hat natürlich an manchen Abenden seinen Reiz,

aber nachdem das Rauchen in Lokalen verboten wurde, ist auch anderes Leben in die Bude gekommen. Mittlerweile ist es ein echter Geheimtipp für uns junge und alte Hamburger. Nicht zuletzt wegen den hausgemachten Bratkartoffeln. Yummy, da läuft mir gleich das Wasser im Munde zusammen. Hamburger Spezialitäten wie Labskaus und Rote Grütze kann ich ebenfalls wärmstens empfehlen. Wo bekommt man das heute schließlich noch?

Um 21 Uhr höre ich den Trompeter im Michel über die Stadt sein Liedchen trällern und genieße dabei das zweite Bier. Wenn man mag kann man hier sogar ganz untypisch für Hamburg mit anderen Tischen ins Gespräch kommen und über den neuesten Tratsch philosophieren. Wer sagt doch gleich, dass eine Großstadt keine ländlichen Aspekte hat? Auf dem Großneumarkt ist das definitiv anders. Mittwochs und samstags ist ein kleiner Markt mit heimischen Produkten und vielen Ur-Hamburgern aufgebaut. Da frische ich regelmäßig mein Plattdeutsch auf, denn seitdem mein Opa nicht mehr ist, ist die Auswahl an Sprachverwandten verschwindend gering geworden. Hamburgs sprachlich spitzer Stein ist hier an jedem Stand zu finden und mit ihm das Beste aus dem Umland. Wahrscheinlich schmecken die Bratkartoffeln im Thämmers deshalb so gut.

Extra-Tipp

Diese 5 Fragen solltest Du vor einer Hotelkooperation besprechen?

  • Was sind die Rahmenbedingungen der Zusammenarbeit?
  • Worauf liegt der Fokus? Soll z. B. eher die gute Lage/ Service/ Ambiente vorgestellt werden?
  • Was ist mir als Blogger/ Influencer wichtig zu zeigen?
  • Was brauche ich für einen guten Beitrag?
  • Wie wird mit der Bildnutzung umgegangen?

 

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Zum Abschluss gehe ich rüber in den „Wald“, eine neue Bar gleich gegenüber. Laute Musik, junge Leute und ich. Dazu noch ein Kaltgetränk und schon ist der Tag vorbei. Müde schleppe ich mich nach Hause. Wie schön, dass Hamburg wider Erwarten doch so klein und alles fußläufig ist. In 5 Minuten stehe ich vor meiner Tür und falle gutgelaunt ins Bettchen. Mal sehen, was mich morgen hier erwartet.

Salut und Ahoi,

Mary-Ellen

 

Bildquelle: MKPictures

Geschrieben von Mary Rudloff