Social Media Woche mit Stilberaterin Gülcan

Ihre Beispielwoche mit vielen Tipps 

 

Ich habe das große Glück meine Shoppingleidenschaft zum Beruf gemacht zu haben. Ich bin Gülcan und Stilberaterin aus Hamburg. Einkaufen für andere bezahlt quasi meine Miete.

Meine Eltern sind immer noch überrascht, dass so etwas Unkonventionelles meine Arbeit geworden ist. Als „normale“ Verkäuferin im Geschäft hätten sie mich wahrscheinlich lieber gesehen, aber ich wollte schon immer mehr auf diesem Gebiet machen und Menschen über die Ladentheke hinaus beglücken. Meistens gehen meine Beratungen daher auch über das bloße Shoppen hinaus, denn die oftmals weiblichen Kundinnen möchten, dass ich ihren ganz eigenen Stil sichtbar mache. Ich bin daher Freundin, Beraterin und Coach in einem. Genau diese Kombination macht meinen Beruf so spannend und abwechslungsreich. Jede Frau ist schließlich anders und hat unterschiedliche Wünsche und Bilder von sich selbst im Kopf. Ich zeige ihnen, wie sie diese Vorstellungen auch für andere sichtbar machen können, ohne sich dabei verstellen zu müssen. Trends oder Konfektionsgrößen sind zweitrangig für mich. Es geht vielmehr um die Person selbst. Wer ist sie und wie können wir es zeigen.

Vor einem Jahr habe ich mich entschieden Instagram und Facebook aktiver zu nutzen. Es war eine bewusste Entscheidung, denn ich glaube das Social Media immer wichtiger auch für Unternehmen und Selbstständige wird. Hier kann ich mich noch mal ganz anders ausdrücken, um meine Leidenschaft für Stilfragen auch über die Grenzen Hamburgs hinaus zu zeigen. Es ist für mich ein kleines Onlinemagazin und ich deren Chefredakteurin. Ich bin zwar weit entfernt von Amanda Priestly aus „der Teufel trägt Prada“, aber auch ich zeige auf gd_exklusive Trends, neue Stores, Designer und Dinge, die mich begeistern.

Social Media ist mittlerweile fest in meinen täglichen Arbeitsalltag integriert.

Aber mal alles auf Anfang, denn meine ersten Schritte auf Instagram waren sehr holprig. Ich wusste überhaupt nicht, was ich erzählen sollte, geschweige denn wie ich meine Firma dort sympathisch einbringen könnte. Alles böhmische Dörfer bis ich anfing mir einen Plan zurecht zu legen und Social Media als Teil meiner Kommunikation mit in meinen Arbeitsalltag zu integrieren.

GD Exclusive ist ein kleines Unternehmen. Ich habe keine Presse- oder Marketingabteilung, die für mich nach außen kommunizieren können. Dafür fehlt mir schlichtweg das Geld.

Instagram und Facebook sind daher einfach ideal für mich, um auch ohne großes Extra-Budget mit meinen Kundinnen zu sprechen.

Die anfänglichen Schwierigkeiten habe ich hinter mir. Mittlerweile ist es ein Ort geworden, wo ich mich richtig wohlfühle und sogar die eine oder andere Kundenanfrage reinkommt.

Heute nehme ich Dich mit in meine Social Mediawoche und zeige Dir, ein bisschen, wie ich mich strukturiere und Instagram für mein Business nutze:

Sonntag

Meine Social Media Woche beginnt bereits am Sonntag, denn das ist der Tag, an dem ich die vorliegende Woche einmal komplett vorbereite. Ich weiß diese Vorbereitung inzwischen sehr zu schätzen, denn sie erleichtert meinen Social Media Alltag an den anderen Tagen enorm.

Ich lege genau fest, welche Themen wann bespielt werden sollen, stelle die Looks zum Zeigen zusammen, treffe mich zum Fotosmachen mit einem befreundeten Fotografen und bearbeite das Bildmaterial anschließend.

Heute ist unsere Shootinglocation der Rathausmarkt in der Innenstadt Hamburgs. Um den Touristenmassen zu entgehen, treffen wir uns extra sehr früh. Die Stadt schläft noch ein bisschen und wir haben die wunderbare Kulisse ganz für uns allein. Schnell sind die drei Outfits im Kasten. Ich habe sogar etwas Besonderes geplant und ein Bündel Luftballons besorgt. Ich mag es einfach, wenn meine Bilder meine positive Energie widerspiegeln, daher bringe ich immer Abwechslung mit rein.

 

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Montag

Der Montag startet bei mir um 8 Uhr. Wie fast jeden Morgen ist der erste Griff zum Smartphone, um zu checken, was los ist in der Welt. Ich scrolle durch meine liebsten Instagramfeeds (Kasten mit Verlinkungen), checke die Nachrichten und beantworte Kommentare unter meinem letzten Beitrag. Das alles vor dem ersten Kaffee. Den gibt es heute gemütlich am Rechner, denn es warten einige Mails und Telefonate auf mich.

Mittags verlasse ich das Haus, um zur Post zu laufen. Dabei sehe ich eine schöne Tasche in Apricot im Schaufenster einer kleinen Boutique. Die muss ich sofort filmen und später auf Insta Story zeigen.

Ich gehe immer sehr wachsam durch die Straßen, denn die schönsten Geschichten finden direkt vor meiner Nase statt. Am Anfang war ich noch unsicher, was ich überhaupt zu erzählen hätte. Das sehe ich aber nun gelassen, denn meine Themen sind Stylingtipps und Trends in und um Hamburg. Genau darum dreht sich auf meinen Social Media Kanal alles. Wirklich Privates findet auf gd_exclusive kaum statt. Dafür habe ich einen eigenen Kanal, der mit meinem Beruf nichts zu tun hat.

Am Abend stelle ich noch den vorbereiteten Beitrag auf Facebook und Instagram online. Thema heute ist: Was ist ein guter Sport BH?

Dienstag

Am nächsten Morgen sehe ich, dass das Thema Sport BH guten Anklang gefunden hat. Mein Postfach zeigt mehrere Nachrichten und Kommentare unter dem Post. Ich liebe den Austausch mit meinen Followern. Sie geben mir wichtige Hinweise, welche Fragen meine Kundinnen bewegen, was sie sich wünschen und auch gar nicht möchten.

Auch der Hinweis zur Apricotfarbenen Tasche kommt gut an. Ich habe das Geschäft getaggt und sofort eine Einladung der Inhaberin erhalten, doch mal persönlich vorbeizukommen. Ich nutze solche Besuche gerne, um mich inspirieren zu lassen und zu schauen, ob das Geschäft auch mal etwas wäre, um mit einer Kundin dorthin zu gehen.

Dafür brauche ich heute kein Bild posten. Ich habe nämlich von Anfang an festgelegt, an nur drei Tagen in der Woche etwas online zu stellen. Mehr schaffe ich einfach nicht zum jetzigen Zeitpunkt und mir ist es immer wichtiger gute Inhalte zu geben als nur irgendwas zu posten. Der Abend gehört daher meinem Freund und mir.

Am Nachmittag bereite ich mein Gewinnspiel für Instagram und Facebook vor. Ich recherchiere dafür gründlich, welche rechtlichen Dinge ich bei solchen Postings mit erwähnen muss. Mit Glitzer und Glamour, den man im Feed sieht, hat so was wenig zu tun. Es ist wie bei vielen anderen Dingen auch, eine reine Fleißarbeit, um nicht aus Versehen etwas Unrechtes zu tun.

Mir ist es wichtig gute Inhalte zu zeigen, als irgendwas zu posten. 

Mittwoch

Heute habe ich einen Personal-Shoppingtermin. Ich stehe früh auf, um noch mal die Unterlagen zu checken und meine Tasche zu packen. Im Auto erzähle ich meinen Followern per InstaStory von dem Termin. Name und Ort meiner Kundin bleiben natürlich geheim, aber ich freue mich immer so auf die Termine, dass ich meine Instagramfollower gerne daran teilhaben lasse.

Beim Termin selbst, bleibt das Telefon in der Tasche. Es ist ein Social-Media-freier-Raum, wo ich mich ausschließlich auf mein Gegenüber konzentriere.

Am Abend komme ich müde zurück und bin wie immer dankbar, dass ich meine Beiträge bereits am Sonntag vorbereitet habe. Ich brauche nur noch Copy-Paste drücken und alles ist live. Jetzt heißt es Füße hoch und den Feierabend genießen.

Donnerstag

In der Früh nehme ich mir heute bewusst Zeit fürs Liken und Kommentieren. Mit dem Kaffee in der Hand gehe ich gezielt auf Accounts, die potenzielle Kunden sein könnten und hinterlasse ein Like und Kommentar, um auf mich aufmerksam zu machen. Dieser Teil meiner Social Media Arbeit ist mir anfänglich noch schwerer gefallen als die Contenterstellung selbst. Es war mir regelrecht unangenehm.

Auch dies hat sich um 180 Grad gewandelt. Ich bin selbstbewusster geworden und nutze diese Zeit für den Austausch. Schließlich sind soziale Netzwerke genau dafür da: Liken, Kommentieren, Fragen, Schauen, Inspirieren. Es macht mir nun richtig Spaß in Kontakt zu treten. Nach einer Stunde habe ich 13 neue Follower und zwei Tassen Kaffee getrunken.

Mittags habe ich den Termin mit der Geschäftsinhaberin der apricotfarbenen Tasche. Nach dem herzlichen Hallo frage ich sie, ob ich später ein paar Stories machen darf. Es ist mir auch hier wichtig vorab zu fragen und kein Elefant im Porzellanladen zu sein.

Ich weiß, dass für viele das Gefilme und Fotografiere noch ungewohnt ist und der Mehrwert nicht gesehen wird. Die Dame ist aber sofort begeistert und nennt mir freudig ihren Hashtag und ihre Firmenaccountseite zum Verlinken.

 

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Freitag

Endlich Freitag. Die Wochen sind mittlerweile sehr vollgepackt Social Media kommt zu meiner eigentlichen Arbeit on top mit dazu. Das sind zwischen 3 manchmal auch 5 Stunden täglich. Aber es zahlt sich aus, denn immer mehr Leute sprechen mich über Directmessage auf meine Arbeit an.

Vor kurzem habe ich auch Pinterest für mich entdeckt und nutze diese Suchmaschine ganz gezielt, um mehr Leute auf meine Webseite zu ziehen. Auch diese Beiträge müssen gestaltet werden. Je nach Auftragslage mache ich das am Donnerstag oder Freitag. Heute geht außerdem ein „Happy Weekend“ Post auf Instagram online. Den nutze ich immer gern, um neben der Stilberaterin auch eine persönliche Seite von mir zu zeigen. Auch das musste ich erst lernen. Ich kann nicht nur übers Geschäft sprechen. Ich muss auch zeigen, wer dahintersteckt. Ich selbst bin schließlich meine Firma, also zeige ich auch ausgewählte private Elemente. Heute ist es ein Bummel über den Markt.

Ich bin froh, all die vielen Learnings, die man als Instagram-Neustarter machen muss, nun im Schlaf zu können.

Samstag

Am Samstag bleibt das Telefon gern auch mal liegen. Ich nutze die Zeit bewusst für eine Pause, treffe Freunde und mache den Haushalt. Der macht sich nämlich neben all der Digitalisierung noch immer nicht von selbst. Wie ärgerlich 😉

Es ist herrlich auch mal ohne all das Smartphone spazieren zu gehen, dennoch möchte ich auch den anderen Teil nicht mehr missen. Instagram, Facebook und Pinterest gehören zu meiner Arbeit einfach dazu. Das habe ich besonders jetzt in den Corona-Wochen stark gemerkt und bin froh, all die vielen Learnings, die die Neustarter jetzt machen, bereits im Schlaf zu können. Ich glaube, die Mischung macht es und natürlich, dass Social Media sich mir anpasst und nicht umgekehrt.

Das ist der beste Rat, dem ich jeden Social Media Starter mitgeben kann.

Alles Liebe,

Gülcan

Du hast weitere Fragen zu Social Media und Deinem Unternehmen? Dann melde Dich immer gerne bei uns.

Geschrieben von Mary Rudloff