Musik für Instagram-Videos – Darf ich das überhaupt?

„Sind das nicht Deine Fotos?“ Diese Nachricht erreichte mich vor geraumer Zeit von einer lieben Freundin,

die zu einem Storytelling-Workshop in Berlin eingeladen worden ist.

Mein Herz rutschte mir prompt in die Hose, denn tatsächlich.

Da waren sie.

Meine Bilder von einem völligen Fremden im World Wide Web eingestellt. Benutzt, um damit fröhlich zu seinen Beratungs-Workshops einzuladen.

Uff, das saß!  

Nach der Panik kamen die Wut und Verärgerung. Wie kommt jemand dazu einfach meine Bilder für seine Werbung zu verwenden und noch viel wichtiger ist, was tun in so einem Fall?

Mir blieb nur der Anwalt und jede Menge Arbeit, denn ich musste erstmal belegen, dass die Bilder tatsächlich von mir sind, wann sie gemacht worden sind, vom wem und vieles mehr. Nervig, zeitraubend und völlig unnötig ist so was. Noch verstörender war, dass der Dieb, der übrigens Kunstjournalist ist, in keiner Form Einsicht zeigte. Die Bilder hätten so gut gepasst, war seine Aussage und Begründung für sein Handeln. Bei so einer Antwort ist man regelrecht sprachlos. Was soll man auch dazu noch sagen?

Es passt so gut, sehe bzw. höre ich vielmehr auch immer häufiger bei der Verwendung von Musik auf Social-Media. Auch hier gibt es Lieder, die eigentlich nicht ohne zu fragen, verwendet werden dürfen. Ich habe daher mal bei jemandem nachgehorcht, der es wissen müsste: der GEMA.

Die GEMA vertritt in Deutschland die Urheberrechte von mehr als 72.000 Mitgliedern, also Komponisten, Textautoren und Musikverleger. Weltweit sind es sogar über 2 Millionen Rechteinhaber. Sie ist damit eine der größten Autorengesellschaften für Musikwerke.

Die Mitglieder übergeben die Verwertung ihrer Rechte an die GEMA und diese kümmert sich um die Vergütung bei Veröffentlichungen. Das bedeutet konkret: Überall, wo Musik öffentlich genutzt wird, sorgt die GEMA für eine Vergütung der Mitglieder. Das sind sowohl Musikveranstaltungen, Radiobetreiber, Onlineplattformen, aber auch Kaufhäuser und Geschäfte bei Dir in der Nähe.

Eine ungefragte Veröffentlichung ist ein Verstoß der Urheberrechte und strafbar.

Was bedeutet das für alle, die Musik bei Facebook, Youtube, Instagram und Co verwenden?

GEMA:

Grundsätzlich gilt: Wenn Videos auf Online-Plattformen hochgeladen werden, wie z.B. einem YouTube-Kanal, dann ist keine GEMA-Lizenz notwendig, da der Plattform-Betreiber in der Lizenzpflicht ist. Allerdings dürfen Sie nicht einfach so Titel für eigene Videos verwenden, da diese durch das Urhebergesetzt geschützt sind. Sie müssen vor der Veröffentlichung die Einwilligung des Urhebers des Originalwerks einholen. Dafür ist in der Regel der Original- bzw. deutsche Subverleger der richtige Ansprechpartner. Erst nach entsprechender Autorisierung darf das Werk verwendet werden.

An wen können Nutzer sich wenden, wenn sie Fragen haben oder unsicher bezüglich der Nutzung sind?

GEMA:

Bei der Ermittlung der Rechteinhaber ist die GEMA gerne behilflich. Dafür bieten wir eine Online-Werkrecherche unter https://online.gema.de/werke/search.faces an. Alternativ helfen die Kollegen der GEMA-Generaldirektion Berlin (MR-Service, Postfach 30 12 40, 10722 Berlin, E-Mail: mr-service@gema.de, Tel.: +49 30 21245 300, Mo-Do: 9-17 Uhr, Fr: 9-16 Uhr).

Wer also unsicher ist, greift im Zweifel lieber einmal zum Hörer bzw. schreibt den Kollegen eine Mail. Ich habe das selbst einmal „ausprobiert“ und kann Dir versichern, das GEMA Team ist sehr offen und herzlich.

Nach dem Gespräch ist mir die Wichtigkeit solcher Einrichtungen noch mal bewusst geworden. Bis zu dem Moment, wo mir selbst das erste Mal Schaden zugefügt worden ist, war mir nicht klar, wie ohnmächtig man sich bei einem Diebstahl fühlt. Besonders bei geistigem und gedanklichem Eigentum herrscht immer noch die überwiegende Meinung vor, es wäre ein Kavaliersdelikt.  Die Arbeit und Mühe dahinter werden anders als bei Gütern, die man anfassen kann, selten gesehen.

Wie verbreitet diese Meinung ist, zeigt auch mein langfingriger Kunstjournalist. Es passte so gut, betonte er wie schon gesagt, recht freimütig in seinen Antworten an uns.

Natürlich passte es. Ich habe mir im Vorfeld viele Gedanken gemacht, wie ich meine Beratungsangebote bildlich untermalen kann. Ich habe mir außerdem eine externe Räumlichkeit gemietet, Equipment gekauft und einen Fotografen beauftragt. Dass das Endergebnis daher so einladend wirkte, war mit viel Mühen und auch Kosten verbunden. Umso schöner ist es dann aber immer, wenn das Ergebnis für sich spricht. So geht es Dir sicherlich auch mit Deinem Blog, Youtube- oder Instagramkanal und den Menschen, die Musik machen ebenfalls. Die GEMA beschreibt ihre Notwendigkeit daher wie folgt:

Es ist ein Verein von Menschen, der „für den Soundtrack des Lebens sorgt. (..) Dort sind Komponisten, Textdichter und ihre Musikverleger zusammengeschlossen, die mit ihrer Arbeit der Gesellschaft Musik überlassen, zu der getanzt, geweint und gejubelt wird.“

Schöner hätte man die Arbeit der Künstler und Menschen dahinter nicht zusammenfassen können.

SALUT und Ahoi,

Mary-Ellen

 

Bildquelle: Unsplash und Pexels

Geschrieben von Mary Rudloff