Im Zwiegespräch: Ein fiktives Interview über die Instagramstrategie und Zielgruppenfindung

Es zieht sich wie Kaugummi. Selten ist es mir so schwergefallen, etwas mit Leben zu füllen, wie meinen eigenen Instagramkanal. Puh, bin ich genervt von mir selber. Dabei ist es so albern, denn schließlich mache ich selbiges bei anderen fast jeden Tag.

Es ist auch nicht so, dass es an Ideen mangelt. Nein, irgendwie fehlt mir bis dato einfach das besondere Element; eben das, was jeden Account das gewisse Etwas verleiht. Ohne das macht es mir sowie als Verfasser als auch als Leser wenig Spaß. Zeit daher mal in sich zu gehen bzw. sich Hilfe zu holen. Hilfe von jemandem, den ich auch mal benennen darf. In der Regel habe ich nämlich all meinen sonstigen Kunden gegenüber eine Verschwiegenheitspflicht.

Bei Gustav the Basset ist das anders.

Sein Instagramkanal ist mein persönliches Spaß-Projekt und wortwörtlich „Just for fun“. Vor 5 Monaten habe ich sein erstes Bild online gestellt und freue mich über den wachsenden Zuspruch. Es ist sein Account in dem nur er spricht und postet. Ich bin nur ein Beiwerk und am Rande präsent. Ich lasse ihn daher hier auch einmal zu Wort kommen und über seine Instagramerfahrungen berichten.

MagSALUT: Gustav, ich habe mal geschaut. Dein erstes Bild hast Du am 12. März 2019 online gestellt. Das ist knapp 5 Monate her. Wie schwer war der Anfang?

Gustav the Basset: Die größte Hürde war die eigene Sprache zu finden. Ich habe mir daher vorher genau überlegt, was mein Kanal darstellen soll und für wen ich das mache. Ich wollte ein Hamburger Frechdachs sein, der wie im echten Leben auch, die Leute zum Lächeln bringt. Ich darf daher auch mal etwas über die Strenge schlagen und Sachen sagen, die Du mit Deinem Firmenaccount auf keinen Fall machen dürftest.

Außerdem wollte ich nicht „nur“ für andere Hunde-Accounts interessant sein, sondern für alle Menschen. Das spiegelt sich hauptsächlich im Content wider, denn ich beschreibe nie, wie mein Tag war, welche Probleme ich als Teenagerhund habe oder gebe sonstige Tipps für andere Hundebesitzer. Ich berichte zwar schon tagesaktuell, aber immer mit einem Twinkle-Eye.

MagSALUT: Wie lange hat es gedauert die Sprache zu finden?

Gustav the Basset: Das ging relativ schnell, weil ich sofort regen Zuspruch von den Followern bekommen habe. Für sie war und ist es völlig selbstverständlich, dass ich aus Hundesicht spreche. Selbstredend weiß jeder, dass hinter mir ein echter Mensch steckt, aber der Unterhaltsungseffekt ist einfach größer mit mir. Die Leute möchten unterhalten werden und sich freuen.

 

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MagSALUT: Du meinst, das ist schon alles?

Gustav the Basset: Ja! Finde Dein Thema angepasst an Deinen Charakter und Möglichkeiten. Der Rest kommt von allein.

MagSALUT: Es geht also immer um Glaubwürdigkeit?

Gustav the Basset: Ganz genau. Wenn ich tollpatschig über meine langen Ohren ins Wasser stolpere und nur schreibe „Upsi“, ist das genau der Unterhaltungseffekt, den meine Follower erwarten. Mir fällt es nicht schwer, „Upsi“ zu sagen, weil es ja tatsächlich so ist. Die Ohren sind lang und Du weißt selbst gut genug, wie oft ich eine Wiese runtergekullert bin, weil ich im Laufen ein Ohr-Ende erwischt habe.

Selbstverständlich gibt es Grenzen, die ich als Hund niemals zeigen würde.

MagSALUT: Die sind?

Gustav the Basset: Unser Familienleben zum Beispiel. Wir haben ja einen tollen Alltag zusammen mit ganz privaten Routinen. Von denen würde ich nie berichten. Auch ganze Räume von unserem zuhause würde ich nicht zeigen. Das ist mir zu privat. Die Follower bekommen einen ausgewählten Teilbereich. Mehr nicht.

Wenn ich tollpatschig über über meine langen Ohren ins Wasser stolpere und nur schreibe „Upsi“, ist das genau der Unterhaltungseffekt, den meine Follower erwarten.

MagSALUT: Was empfiehlst Du mir?

Gustav the Basset: Das gleiche, was Du bei mir gemacht hast und Du auch bei Deinen Kunden tust:

  • Schau was da ist und Du leisten kannst.
  • Frage Dich, wen Du erreichen möchtest und wer zu Dir passt.
  • Überlege, wie viel Zeit Du im Alltag hast und wie wichtig Instagram für Dein Unternehmen ist.

Der Rest kommt dann von selbst irgendwie.

MagSALUT: Danke, Gustav. Wir sehen uns beim Abendessen später. Bis dahin SALUT und Ahoi.

Bildquelle: Jeremy Moeller

Geschrieben von Mary Rudloff